Es war ein Schwingfest wie aus dem Bilderbuch. Das Wetter stimmte, die Stimmung war sensationell und die Organisation liess nichts zu wünschen übrig. Der als Favorit gehandelte Daniel Bösch gewann das Fest nach einem rekordverdächtig kurzen Schlussgang.

(Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Schwinger sind Frühaufsteher. Eingefleischte Fans auch. Um 6 Uhr war Kassaöffnung auf dem Sportplatz Aegeten, um 8 Uhr folgte das Anschwingen des 105. St. Galler Kantonalschwingfestes.

Das Sägemehl flog, als die Muskelpakete im Edelweisshemd ihre Schwünge ansetzten. In den vordersten Bankreihen konnten die Zuschauer die Kämpfe aus nächster Nähe beobachten. Wer auf der gut besuchten Tribüne Platz nahm, überblickte die Schwingarena mit ihren imposanten Ausmassen und den verschiedenen festlichen Rahmen-Aktivitäten.

Musik und Fahnen sind Publikumsmagnete

Brauchtum und Traditionen sind ein wichtiger Bestandteil eines Schwingfestes. Schön anzuschauen waren die Thurgauer Fahnenschwinger, gesanglich und musikalisch begleitet von der Alphornformation Heidiland und dem Jodlerklub Altstätten.

Gern gesehene Unterhaltungsgäste waren auch die Musikanten des Musikvereins Rebstein und die Räbschter Dorfspatzen. Der St. Galler Regierungs- präsident Stefan Kölliker lobte in seiner Festansprache diese Brauchtumspflege. Auch schätzt er die Tugenden der Schwinger: «Sie vereinen Stärke, Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Fairness.» Das schien sich auch auf die Besucher zu übertragen. Den Organisatoren, dem FC Widnau und dem Schwingklub Mittelrheintal, sowie den zahlreichen Helfern gelang ein reibungslo­- ser Ablauf des Grossanlasses. 5700 Besucher waren am Sonntag auf dem Festgelände. «Sensationell», sagt der OK-Präsident Markus Wüst. Dank den grosszügigen Platzverhältnissen gab es kein Gedränge, da sich die Besucher nebst der Schwingarena entlang der Fanmeile mit Familienattraktionen bewegen konnten. Auch Wetterglück gesellte sich zum Schwingfest. Das leicht bewölkte, aber freundliche Wetter machte Lust auf das vielfältige Verpflegungsangebot. Die Festwirtschaft mit ihrem Personal, das seit dem frühen Morgen auf den Beinen war, durfte viel Lob entgegennehmen. Zum gelungenen Wochenende trug auch das Zunftfest vom Freitagabend mit rund 1500 Gästen bei. Dazwischen war am Samstag eine Pause nötig, damit die Veranstalter das Gelände für den sportlichen Teil herrichten konnten.

Das Sägemehl muss zuerst weg

Nun folgt das grosse Aufräumen. Ziel sei es, bis Dienstagabend das meiste erledigt zu haben, sagt Markus Wüst. Der angekündigte Regen in den kommenden Tagen treibt zur Eile. Als Erstes wurde am Sonntag das Sägemehl aus den Ringen weggekarrt – direkt nach dem Schlussgang.

Quelle: Hildegard Bickel – Rheintaler