Der Sportplatz Aegeten in Widnau verwandelt sich derzeit zum Treffpunkt für Schwinger aus dem ganzen Kanton. Grund dafür: Das 105. St. Galler Kantonalschwingfest. Schweizerische Grössen aber auch Rheintaler Newcomer stehen dabei auf dem Platz und versprechen spannende Kämpfe.

Rund 200 Schwinger werden am Sonntag, 26. Mai, auf dem Sportplatz Aegeten in Widnau um Ruhm und die begehrten Kränze schwingen. Zu den ganz Grossen an diesem Sonntag gehört Daniel Bösch, der kurz vor seinem 100. Kranz steht. Aber auch das Rheintal wird im Schwingzirkus unteranderem von Dean Burch vertreten. Wir haben uns mit den beiden zum Interview getroffen.

Daniel Bösch

Herr Bösch, Sie stehen kurz vor dem 100. Kranz. Macht sich da auch eine gewisse Nervosität für das St. Galler Kantonalschwingfest bei Ihnen bemerkbar?
Daniel Bösch: Nein. Nervosität nicht, es ist eher eine Freude und eine gewisse Anspannung vorhanden. Das St. Galler Kantonalschwingfest konnte ich in meiner Karriere bisher sieben Mal gewinnen. Übrigens habe ich vor einigen Jahren in Balgach meinen ersten Festsieg am

Was würde Ihnen die Auszeichnung bedeuten?
Es bestätigt mein hartes Training und eine konstante Leistung über die letzten zwölf Jahre.

Welcher Gegner könnte Ihnen auf dem Weg zum 100. Kranz im Weg stehen?
Da gibt es ein paar namhafte Gegner wie Michael Bläss oder Raphael Zwyssig. Es wird bestimmt nicht einfach, aber machbar. Der Schlussgang ist mein Ziel.

Den Festsieg streben sie also nicht an?
Mein angestrebtes Zeil ist wie gesagt der Schlussgang. Würde ich jedoch den Festsieg erreichen, wäre dies das «Chriesi ufm Chriesi ufm Coup».

Wie bereiten Sie sich auf ein solches Schwingfest vor?
Die Vorbereitung sieht immer gleich aus. Drei Tage vor dem Sonntag achte ich auf genug Schlaf und Regeneration. Zudem achte ich auch auf die Ernährung, damit ich meine Energiereserven auffüllen kann.

Auch viele Nachwuchsringer sind in Widnau am Start. Welchen Tipp würden Sie einem Jungschwinger mit auf den Weg geben?
Er sollte Biss haben und den Fokus auf das, was man kann, ausrichten, denn es braucht nicht viel zwischen Sieg und Niederlage.

Auf was freuen Sie sich beim bevorstehenden Anlass?
Natürlich auf das Schwingen. Ich kann jedoch am Sonntag nicht gross mitfeiern, da ich am darauffolgenden Donnerstag und Samstag bereits wieder im Einsatz stehe.
Mit Dean Burch steht auch ein Rheintaler Nachwuchsringer am Start. Der 17-Jährige ist in der Ausbildung zum Landschaftsgärtner und wohnt in Widnau. Momentan hat die Lehre noch Priorität, für die Zukunft sieht sich Dean jedoch noch aktiver im Schwingsport, denn er hat grosse Träume.

Dean Burch

Dean, seit wie vielen Jahren stehst du nun im Sägemehl?
Dean Burch: Ich bin seit acht Jahren im Schwingclub Mittelrheintal. Schon mein Grossvater, mein Vater und mein Bruder waren Schwinger. Ich trete nun in deren Fussstapfen. Seit eineinhalb Jahren bin ich auch als Ringer im RCOG dabei.

Kannst du aus dem Ringen auch einiges für das Schwingen übernehmen?
Es ist auf jeden Fall eine super Ergänzung zum Schwingen. Zudem macht mich das Ringertraining flinker, wendiger und die Fitness ist höher. Es macht mich auf jeden Fall explosiver und schneller im Schwingen.

Wie hast du dich auf den Anlass vorbereitet?
Ich ging in den letzten Wochen viel ins Training, circa vier Mal pro Woche, und habe mich auch mental darauf vorbereitet.

Du stehst noch am Anfang deiner Schwingkarriere. Konntest du schon einen Kranz einheimsen?
Nein, bis jetzt noch nicht. Aber für meine Zukunft wünsche ich mir schon, dass einmal 30 Kränze bei mir zu Hause hängen. Bestimmt ein Teilverbandskranz, aber weiter möchte ich noch nicht spekulieren.

Für dich ist das St. Galler Kantonalschwingfest ein Heimkampf. Bist du nervös oder freust du dich auf den Anlass?
Nervös bin ich nicht mehr, denn das hält mich nur zurück. Natürlich freue ich mich darüber, in Widnau zu schwingen und viele bekannte Gesichter zu sehen.

Wie siehst du deine Chancen?
Das ist schwierig, zu sagen. Über Chancen spekuliere ich nie. Aber ich bin bereit, gut vorbereitet und werde alles geben. Ich werde den Besuchern bestimmt einen attraktiven Gang zeigen.

Quelle: Casandra Wüst Rheintaler Bote