Im Hinterhof der Schreinerei Gottfried Frei AG entsteht Traditionsreiches. Die Arbeiten am Brunnen für das 105. Kantonalschwingfest sind in vollem Gang.

Das Schwingen ist schon lange viel mehr als das Sennenspiel, als das die Geschichte dieses Sports begann. Dennoch ist für den Beobachter klar: Die Tradition lebt. Eines der wichtigsten Stücke steht dabei am Kampftag neben dem Sägemehl, ist schmuckvoll verziert und bietet den Athleten eine willkommene Abkühlung: der Brunnen.

Nicht nur des Meisters Werk

Auch am Kantonalschwingfest in Widnau darf ein Brunnen natürlich nicht fehlen. Die Schreinerei Gottfried Frei AG in Widnau hat sich für die Herstellung bereit erklärt. Im Hinterhof der Firma entsteht seit Februar aus einer durchschnittlichen Fichte und einer passenden Astgabel der Brunnen. Der Fund der beiden Holzstücke sei ein Glückstreffer gewesen, der dem Verantwortlichen des Schwingfests, Tony Burch, bei der Holzsuche gelungen sei.

Fertig wird er erst am Schwingfest zu bestaunen sein. Momentan steht der Brunnen bei Schreiner Christof Frei in Widnau. (Bild: Chris Eggenberger)

Mitinhaber Christof Frei erklärt: «Für eine solche Aufgabe braucht man viel Geduld, Ausdauer und ein gutes Gefühl für das Holz.» Er habe Freude daran, so etwas Spezielles herstellen zu dürfen, sagt der 38-Jährige. Trotzdem ist der Brunnen keine reine Chefsache. Auch für die anderen Mitarbeiter sei dies eine Chance, zu lernen, sagt Frei. Zudem sei er oft auch mit Büroarbeiten beschäftigt, was ihn von der Arbeit am Brunnen abhalte, meint Frei.

Der Feinschliff fehlt noch

Das Ausschneiden des grossen Wasserlochs war laut Frei der aufwendigste Teil der Arbeit. Das aneinander Anpassen der verschiedenen Teile des Brunnens ist momentan im Gang.

Ein erfolgreicher Schwinger kann den Brunnen nach seinem grossen Auftritt am Festsonntag als Gabe wählen und mit nach Hause nehmen.

Zwischen Brunnen und Fest stehen aber noch diverse Arbeitsschritte. Schlosser Hubert Sieber und Dachdecker Albert Nüesch werden, was momentan noch ein Holzstamm ist, zum funktionierenden Brunnen weiterverarbeiten. Mit dem Feinschliff wird dieser dann von Christof Freis Mannen perfektioniert, bevor Tony Burch die traditionellen Schnitzereien anbringen wird.

Quelle Rheintaler 02.04.2019